Downsizing,Travel & Stories

Downsizing- der Start

Vor gut einem Jahr, als ich wieder mal vor meinen Kleiderschrank stand, dachte ich mir: OMG sind das viele Klamotten. Aber nicht im positiven Sinn, sondern ich habe mich wirklich gefragt, wie über die Jahre ein Mensch bloß so viel Kram anhäufen kann.

Lustiger Weise konnte ich von 60% der Dinge nicht behaupten- “Oh das liebe ich” oder “Oh darin fühle ich mich besonders wohl”. Tatsächlich war der Großteil der “Mew ich zieh es an, wenn der Rest in der Wäsche ist“ Kategorie zuzuordnen.

Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass mir die Teile beim Kauf sehr gut gefallen haben und ich sie eine Zeit lang (vermutlich) auch gerne getragen habe. Was in der Zwischenzeit passiert ist? Ich würde sagen wir haben uns ent-liebt oder so.

 

 

Gute 12 Monate später hat sich die Situation in meinem Kleiderschrank nicht wirklich gebessert. Die ungeliebten 60% sind geblieben und haben sich der „Irgendwann ziehe ich es wieder an“ Fraktion angeschlossen…

Vor 4 Wochen stand ich also wieder vor meinem Schrank und dachte mir: Verdammt, es wurde ja nicht weniger Kram sondern eigentlich mehr im letzten Jahr (was so ein offener Kleiderschrank alles bewirken kann- führt einem sein Chaos und die Flut an Textilien jeden Tag wunderbar vor Augen).

Versteht mich nicht falsch, ich kaufe gerne Klamotten ein, scrolle auch gerne durch meine Zalando App und schlendere gerne durch Geschäfte in der Stadt. Aber brauche ich tatsächlich 5 weiße Blusen (die sich tatsächlich ähnlicher sehen als Eineige Zwillinge), 15 paar Jeans (von denen ich in mindestens 5 nicht mehr reinpasse, verdammte Pasta…..) und 6 schwarze Blazer (ja auch hier ist die Ähnlichkeit frappierend)?

 

Alles kommt zur richtigen Zeit…

 

Life brings the right things in your life at the right moment. Könnte man so sagen. Nach meinem Kleiderschrank-Delirium bin ich Abends in meinem Netflix Account auf eine Doku-Empfehlung gestoßen „The Minimalists“.

 

“Eine Studie in Amerika fand mit der Hilfe von Wärmebildkameras heraus, dass nur rund 60% der gesamten Wohnfläche eines Hauses auch tatsächlich genutzt werden. Wir häufen im Laufe unseres Lebens so viele Dinge an, dass meist unser Wohnort nicht ausreicht, um all diese Dinge zu verdauen. Daher mieten wir zusätzliche Lagerflächen, Lagerflächen, um noch mehr Dinge zu kaufen.”

 

Die Dokumentation löste bei mir ein akutes Wackeldackelsyndrom aus. Und hinterließ eine einfache Frage: Was brauche ich, um in meinem Leben glücklich zu sein?

 

 

Eine einfache Frage nicht? Versucht sie euch mal zu stellen. Macht eine Liste schreibt alles auf. Und, was steht drauf? (Ich bin mir sicher es sind nicht 5 weiße Blusen, 15 Paar Jeans und 6 schwarze Blazer).

Also warum häufen wir so viele Dinge an, wenn sie uns augenscheinlich nur momentan glücklich machen, auf Dauer sehr viel Geld kosten und in unseren eigenen vier Wänden unglaublich viel Raum einnehmen, Raum den wir anderweitig vielleicht besser verwenden könnten? Tja, eine gute Frage.

 

Minimalisums? Und wie soll mir das helfen?

 

Und jetzt- soll ich plötzlich zum Minimalisten werden? Bin ich denn überhaupt reif für eine Veränderung oder brauche ich sie wirklich so dringend?

Ich denke zuerst solltest du dir ein paar Fragen stellen:

 

  1. Nervt mich das Zeug in meiner Wohnung?
  2. Gibt es mehr als 30% an Sachen die ich mindestens ein Jahr nicht mehr in der Hand hatte?
  3. Habe ich Bock auszumisten und möchte ich weniger besitzen?
  4. Bin ich auch bereit loszulassen und mich von einigen meiner Sachen zu trennen?

 

Es gibt unzählige Artikel, Bücher und Blogs die sich eingängig mit dem Theme Minimalismus beschäftigen und sehr viele Minimalisten, die Ihre Erfahrungen zu diesem Lebensstil teilen. Bevor du selbst für dich den Entschluss fasst, weniger besitzen zu wollen, solltest du dich mit dem Thema vertraut machen. Das aller Wichtigste dabei: Es gibt kein richtig oder falsch! Es gibt kein zu viel oder zu wenig! Du entscheidest wie viel für dich angenehm ist. Wie viel Kleidung, wieviel Schuhe, wieviel Bücher, wieviele Tupperdosen…

Minimalismus ist mehr als Philosophie, denn als starres Vorgehensmodell zu sehen. Du reduzierst so viel, wie es sich für dich gut anfühlt. 30 Paar Schuhe fühlen sich gut an und machen dir Freude? Dann ist das so. Es geht weniger darum unbedingt weniger als 100 Dinge zu besitzen, sondern mehr so viel zu besitzen wie man braucht und einen glücklich macht.

 

 

Ziel am Ende der Reise ist es, bewusster zu leben. Bewusster zu kaufen und vom “alles haben müssen” über kritisches Reflektieren zum “was brauche ich” zu kommen. Das ist nicht nur gut für unseren Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt. Mal ganz ehrlich: wie viel Kram hast du bereits ungenutzt weggeworfen? Tja genau- mir läuft bei diesem Gedanken jedes mal der Schauer über den Rücken.

 

Aber wo fange ich am Besten an?

 

Nun wirst du nicht all deine Sachen plötzlich wegwerfen und alles aussortieren, bis nur noch 30 Dinge übrig sind. Such dir eine abgesteckten Raum, der für dich Sinn macht und dir “leicht” fällt. Das ist bei mir der Kleiderschrank. Vielleicht hast du ja das berühmte volle Kellerabteil oder eine Schuhschrank der überquillt?

Wichtig ist, sich für sein erstes Projekt einen Bereich auszusuchen, der einfach ist, Spaß machen wird und wo man gedanklich schon einige Sachen vor sich sieht, von denen man sich gerne trennen möchte. Von diesem Projekt arbeitet man sich zum Nächsten und zum Nächsten, bis man das Ende seiner Reise erreicht hat.

Wie ihr eure erstes Ausmiste Projekt angehen sollt, was zu beachten ist, welche Methoden ihr verwenden könnt und wie ihr auch langfristig weniger Dinge besitzen könnt, werde ich euch die kommenden Monate auf meinem Blog zeigen.

Begleitet mich bei meiner Reise zum Minimalisten, pickt euch das raus, was für euch stimmig ist und wenn ihr am Ende des Tags euch “nur” von ein paar Dingen getrennt habt, dann habt ihr viel erreicht.

 

Steck dir ein Langzeit-Ziel…

 

Mach dir zum Start deiner Reise schonmal eine Gedanken: Was möchte ich bis zum Ende erreicht haben? Ist es eine %-Zahl oder eine fixe Anzahl, ein Schrank weniger Zeug oder eine Schublade weniger Zeug? Ich habe mein Ziel schon gesteckt:

 

 

Es wird eine kleine Herausforderung sein, aber ist schaffbar.

 

Project No. 1: Capsule Wardrobe

 

Der erste Schritt folgt in den nächsten Wochen: Ausmisten des Kleiderschrankes und Erstellung einer Capsule Wardrobe. Was das genau ist, welche Vorteile so eine Capsule Wardrobe bringt und wie auch ihr ganz einfach weniger Zeug und dafür mehr geliebte Stücke im Kleiderschrank haben könnt, lest ihr bald auf meinem Blog.

 

 

Bleibt dran

<3 Daisy

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